Archiv, 2008
Karibik: Segler treiben vier Tage in Rettungsinsel
Gerettet: Pascal Bazin (links), seine Frau Alexis und die Kinder Joelle und Melanie an Bord der TTS Chacachacare, Coast Guard. Quelle: Trinidad & Tobago Express
Trinidad and Tobago (SP) Eine vierköpfige französische Familie aus Nantes trieb nach der Havarie ihres Katamarans vier Tage in einer Rettungsinsel, bis sie von SAR-Kräften gerettet wurde. Wie der Trinidad & Tobago Express berichtet, war Pascal Bazin auf dem Weg von Martinique nach Venezuela in schweres Wetter geraten. Ein Brecher hatte am 25. Dezember seine Yacht beschädigt, sie machte Wasser. Man entschied sich, das Boot aufzugeben und in die Rettungsinsel zu gehen. Zuvor konnte Bazin noch einen Notruf senden. Mehrere Coast Guards, darunter Barbados, Martinique sowie Trinidad und Tobago, begannen mit der Suche. Von Barbados und Martinique starteten Suchflugzeuge. Sonntagnacht entdeckte eine Maschine eine rote Seenotrakete. Die Trinidad and Tobago Coast Guard, die wegen ihrer Ausstattung für SAR-Aktionen bis St. Vincent zuständig ist, schickte die TTS Chacachacare mit ihrer 20-köpfigen Crew ins Suchgebiet. Gegen 18.30 Uhr fand die Crew die Rettungsinsel. Mit einem Speedboat (Pacifik 24) wurden die Schiffbrüchigen an Bord gebracht. In der Rettungsinsel fanden die Retter Wasserbehälter, verschiedene Raketen, Taschenlampen, Essensrationen und andere überlebenswichtige Gegenstände.: "Das hat der Familie vermutlich das Leben gerettet."
SAR-Aktion im Südpazifik
Die Fregatte Arunta ist dem französischen Einhandsegler Elies zu Hilfe geeilt. (Quelle: Vendeeglobe.org)
Vendee Globe: Rettung kostete 4 Millionen Dollar
Perth (SP) Die Rettungsaktion für den französischen Einhandsegler Yann Elies (34) durch die Royal Australian Navy hat den Steuerzahler etwa vier Millionen Dollar gekostet. Elies war 1000 Seemeilen südlich vom australischen Perth im Sturm schwer verletzt worden, unter anderem hatte er einen Oberschenkelbruch erlitten. Er nahm mit seiner Yacht "Generali" an der Weltumsegelungsregatta Vendee Globe teil. Die Fregatte HMAS Arunta war zur Rettungsaktion ausgelaufen. Sie kostet etwa 998 000 australische Dollar pro Tag. Nach der International Convention for the Safety of Life at Sea, 1974, ist jedes Land für SAR-Operationen in seinen Gewässern verantwortlich. Kosten können nicht bei den Geretteten eingetrieben werden. Das französische Versicherungsunternehmen Generali, Eigner der Yacht, überlegt, wenigstens die Kosten für den Flying Doctor Service der Navy zu bezahlen. Der zweifache Vater Elies liegt in einem Hospital und dankte der Navy.
Neue Broschüre: Sicherheit für Wassersportler
Köln (SP) Leider nur Allgemeinplätze zum Thema Sicherheit auf See für Wassersportler bietet die neue Info-Broschüre des Fachverbandes Seenot-Rettungsmittel. Kollektive Rettungsmittel wie Rettungsinseln, aber auch Rettungswesten, Signalmittel, Kälteschutzanzüge und Wartung sind die Themen, die kurz gestreift werden. Weiterführende Infos sucht man vergebens. Zitat: "Detaillierte Auskünfte zu den Klassen der Signalmittel sind bei der Wasserschutzpolizei, im Fachhandel sowie den zuständigen Ordnungsbehörden zu bekommen." Ausführlich werden nur die Arbeit des Verbandes sowie die Mitgliedsunternehmen dargestellt.
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Türkei: Festmachen an Bäumen verboten
Hamburg (SP) Wie die Kreuzer-Abteilung des DSV meldet, müssen sich Türkei-Segler im kommenden Jahr auf neue Methoden beim Ankern in Buchten einstellen. Das seit längerem geltende Gesetz, demzufolge das Festmachen an Bäumen am Strand verboten ist, soll in der kommenden Saison 2009 stärker kontrolliert werden. Damit sollen die Bäume geschützt werden, an denen sogar mit schweren Ketten "geankert" wird. Weil in den meisten Buchten der Untergrund schnell steil abfällt, ist das römisch-katholische Anlegen bei Gullets und Yachten sehr beliebt, weil oft die einzige sichere Ankermethode: auf großer Tiefe den Anker fallen lassen und dann einen Schwimmer mit der Heckleine an Land schicken. Da müssen sich Skipper künftig etwas Anderes einfallen lassen.
Kreuzfahrtschiff rettet Segler aus Seenot
Lissabon, Dezember 2008 (SP) Das Kreuzfahrtschiff "Thomson Destiny" hat im Atlantik zwei Segler aus Seenot gerettet. Der Luxusliner hatte den Notruf der 34-Fuß-Yacht "Taurus of Wyre" empfangen, die vor der portugiesischen Küste in schwerer See beschädigt worden war. Die Yacht war unterwegs von Tazacorte/La Plama zu den Azoren. An Bord waren der Brite Alexander Hopkins und der Ungar Kinga Szabo. Auf ihren Notruf, dem allerdings kein "Mayday" vorausging, hatte zunächst ein Cargo-Schiff geantwortet, gute Reise gewünscht und sich von dannen gemacht. Doch "Thomson Destiny"-Kapitän Emmanouil Psarrakis, mit 1300 Passagieren unterwegs von Lissababon in die Karibik, handelte sofort und nahm die Schiffbrüchigen auf. Es war die erste Seneotrettungsaktion in der 44-jährigen Berufszeit von Psarrakis. Szabo sagte: “I cannot thank him [Captain Psarrakis] enough. He did not have to come. We did not signal ‘mayday’ but only a call for assistance, which is voluntary to react to, his actions were really kind.” Hopkins: “The whole crew were so nice and we were very, very grateful after seven days, and those last three nights, to see people so helpful.” Die Segler bleiben bis zur Ankunft in Barbados als Gäste an Bord der "Thomson Destiny". Sie hoffen, zu Weihnachten wieder daheim sein zu können.
Die Beinahe-Kollision zwischen der SY "Intenion IV" und der Fähre "Prins Frederik" auf einem Radarplot der Verkehrszentrale (VKZ) Warnemünde. Quelle: BSU Bund
Ende einer Ausbildungsfahrt
Hamburg (SP) Mit einer Grundberührung endete am 3. Mai 2008 vor Warnemünde (Ostsee) eine Ausbildungsfahrt mit einer Bavaria 46 Cruiser. Schon beim Auslaufen hatte es in dichtem Nebel eine Beinahe-Kollision zwischen der "Intention IV" und der einlaufenden Fähre "Kronprins Frederik" gegeben: Die fünfköpfige Crew sei kurz nach der Mole von dichtem Nebel überrascht worden und der Fähre nach Kreuzen des Hauptfahrwassers bis auf drei Meter nahe gekommen, heißt es in dem Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU), der heute (15. Dezember) veröffentlicht wurde. Nach einem Manövertraining auf See wurde die in dichtem Nebel liegende Küste angesteuert. Wieder kam es zu einer Fast-Kollision - diesmal mit einer anderen Yacht. Erst danach wurden Schallsignale gegeben. Dann lief "Intention IV" westlich der Hafenmole auf Grund und musste freigeschleppt werden. An Bord waren vier Segelschüler, die für den Sportküstenschifferschein (SKS) üben wollten, und ein Skipper mit Sporthochseeschifferschein. Wie der Bericht feststellte, wurden weder Radar, Plotter noch Echolot-Tiefenalarm genutzt. Auch das UKW-Funkgerät wurde nicht zum Kontakt mit der Revierfunkstelle benutzt. Der Skipper habe nicht gewusst, dass mit dem Kartenplotter (Raymarine C70) auch eine Radardarstellung möglich war, so heißt es in dem Bericht. Eigner der erst kurz zuvor zu Wasser gelassenen Yacht ist das Wassersportzentrum Dümmer. Sie besitzt eine Zulassung der See-Berufsgenossenschaft (See-BG) als Ausbildungsyacht. Den gesamten Bericht kann man unter www.bsu-bund.de nachlesen.
Der neue, flachgehende Seenotrettungskreuzer vom Typ SK 30 für die Station Nordstrand.
Neuartiger Seenotrettungskreuzer für die Nordsee
Bremen (SP) Ein neuer Seenotkreuzer der DGzRS ist in Bremerhaven vorgestellt worden. Das 19,90 Meter lange und 38 to verdrängende Spezialschiff trägt noch die Bezeichnung SK 30 (SK = Seenotkreuzer) und wird Anfang Januar 2009 getauft. Das 1660 PS starke und 22 Knoten Typschiff – das erste einer neuen Klasse – wird auf der Station Nordstrand eingesetzt. Das teilte die DGzRS mit.
Der Seenotkreuzer wird von einer drei Mann starken Besatzung gefahren. Vormann ist Hans-Jürgen Hansen. Mit einem Tiefgang von lediglich 1,30 Meter kann SK 30 vor allem in Revieren eingesetzt werden.
Auf ein Wohndeck, wie es bislang auf Seenotkreuzern eingerichtet wurde, wurde verzichtet. Die Besatzung lebt im Stationsgebäude auf der Insel. Ein Novum stellt das elektrische Bordnetz mittels Datenbussystems dar. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Leitungssystem zum Austausch von Daten und Energie zwischen Steuerelementen und elektrischen Systemen, wie dies in einem Computer, aber auch in Flugzeugen und immer häufiger in komplexen Maschinen und modernen Kraftfahrzeugen geschieht. Neben der erhöhten Betriebssicherheit führt dies zu einer deutlichen Gewichtseinsparung.
Neu ist auch ein offenes Arbeitsboot in der für die Seenotkreuzer typischen Heckwanne mit Klappheck. Mit dem neuen, 37 Knoten (ca. 68 km/h) schnellen Flitzer verfügt SK 30 über ein leistungsfähiges schnelles Einsatzmittel z.B. für Flachwassergebiete. Der Hauptmotor des Kreuzers ist weitestgehend frei von Nebenaggregaten und steht damit praktisch ausschließlich für den Antrieb des hochfesten Propellers aus Kohlefaser zur Verfügung. Ein hydraulisches System sorgt dafür, dass im Normalbetrieb immer ausreichend Energie für das elektrische Bordnetz, die Feuerlöschpumpe oder den Bugstrahler vorgehalten werden kann. Bei Ausfall der Hauptmaschine steht zudem ein hydraulischer Hilfsantrieb zur Verfügung, um den Seenotkreuzer sicher aus einem Gefahrenbereich und zurück in den Hafen zu fahren.
Infos unter DgzRS.de.
Niederlande: Einleitungsverbot von Toilettenabwässern
Den Haag (SP) Ab dem 01.01.2009 gilt für die Fäkalienentsorgung Folgendes: Das Überbordpumpen von Toilettenwasser ist in den Niederlanden auf Binnen- und Seegewässern grundsätzlich verboten. Ausgenommen ist die "Braune Flotte" - die verdient ihren Namen dann zu Recht.
Wichtig zu wissen ist, dass das Verbot derzeit nicht die Verpflichtung beinhaltet, das Wasserfahrzeug mit einem SchmutzwasserAufnahme-System auszurüsten. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Aufnahme-Systemen an Bord, wie z.B. einen Fäkalientank, eine mobile (chemische) Toilette oder eine Ökotoilette. Für neuere Boote, verkauft ab 2006, muss solch ein Aufnahme-System bereits installiert sein.
Zukünftig werden auch Regelungen erlassen, die ebenfalls das Verbot des ungehinderten Ablassens des Abwassers für
kommerziell genutzte Schiffe, wie z.B. Charterfahrt, die Braune Flotte, Rundfahrt- und Partyboote, beinhalten.
Die Entsorgung von Toilettenwasser hat in den bestehenden Entsorgungsanlagen der Häfen und Vereine zu erfolgen. In den Niederlanden seien etwa 500 Anlagen vorhanden. Ab 2009 müssen alle Jachthäfen mit mehr als 50 Liegeplätzen für Boote mit Kajüte über eine solche Entsorgungsstation verfügen.
Die WSP kontrolliert künftig Wasserfahrzeuge gezielt.
Infos unter www.vuilwater.info (Mit Film über den Einbau eines Fäkalientanks)
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Endlich: Darß bekommt wieder einen Yachthafen
Prerow (SP) Die Planungsarbeiten für den neuen Sportboothafen als Ersatz für den Nothafen Darßer Ort können beginnen. Am Montag übergab Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) einen Förderbescheid über 446.000 Euro an die Gemeinde Prerow. Damit ist das Projekt jetzt finanziell gesichert. Prerow wird sich mit 19.000 Euro an den Planungskosten beteiligen.
Nach jahrelangem Streit hatten sich die Gemeinden Born und Prerow im Juni darauf verständigt, dass in Prerow westlich der Hohen Düne der Ersatzhafen für den versandeten Nothafen Darßer Ort entstehen soll. Geplant ist ein sogenannter Buchtenhafen mit 250 Liegeplätzen für Sportboote, Berufsfischer und den Seenotrettungskreuzer. Früheren Angaben zufolge rechnet das Land mit Baukosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Baubeginn könnte dem Ministerium zufolge im kommenden Jahr sein.
Neben den Planungskosten werde das Land auch den Bau des Hafens fördern, kündigte Seidel an. Der Neubau werde in der Tourismusbranche in und um Prerow Arbeitsplätze sichern und neue schaffen. Der maritime Tourismus ist laut Ministerium einer der Hauptmärkte für die touristische Entwicklung im Land. Es gebe rund 7.000 Arbeitsplätze in diesem Bereich.
Bislang wurde ein früherer Marine-Stützpunkt in der Kernzone des Nationalparks als Nothafen für Sportboot-Besitzer genutzt. Es ist die einzige Anlegemöglichkeit für Schiffe zwischen Rostock und Barhöft bei Stralsund. Dort war bis zur völligen Versandung auch ein Seenotrettungsboot stationiert. Bei den jüngsten Rettungsaktionen vergingen jeweils Stunden, bis die Seenotpositionen vor Darßer Ort erreicht werden konnten.
Naturschützer forderten seit Langem die Schließung des Nothafens. Außerdem verursachte die Ausbaggerung der Zufahrt immer wieder hohe Kosten. Die Grünen sind auch gegen das neue Projekt: Es sei zu groß, ein "Etappenhafen" mit 150 Liegeplätzen sei ausreichend, so Jürgen Suhr (49), Sprecher der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern.
Nächtliche Strandung vor Helgoland: Beim Einlaufen zerriss das Segel, dann geriet eine Leine in die Schraube.
Yacht strandet vor Helgoland
Helgoland (SP) In der Nacht von Freitag auf Sonnabend vergangener Woche ist vor der Helgoländer Südmole eine 12,30 m lange Segeljacht gestrandet. "Es war gegen 01.20 Uhr am frühen Sonnabend morgen, als die beiden Männer an Bord des Schiffes unter schwierigen Bedingungen den Helgoländer Hafen anlaufen wollten", so der Sprecher der Wasserschutzpolizei Husum, Wolfgang Boe. Der Wind wehte in Stärke 8 bis 9 Bft.aus östlicher Richtung. Während der Ansteuerung auf die Hafeneinfahrt zeriss das Segel. Der Besatzung gelang es noch, die Maschine anzuwerfen, zu allem Unglück geriet aber eine Leine in die Schraube, so dass das Schiff jetzt völlig mavövrierfähig war. Trotz des sofort ausgebrachten Ankers wurde die Jacht durch den starken Wind auf die Steine der Südmole getrieben. Den beiden Männern gelang es, sich über die vorgelagerten Steine unverletzt an Land zu retten. Ein Bergungsversuch durch das Tochterboot des Helgoländer Seenotrettungskreuzers "Herman Marwede" misslang. Möglicherweise muss das Schiff als Totalschaden angesehen werden.
September 2008 - Unfall auf der "Gorch Fock"
Norderney (SP) Nächtlicher Unfall an Bord des Segelschulschiffs "Gorch Fock": Während ihrer Seewache ist nördlich von Norderney eine Kadettin in die Nordsee gestürzt. Nach vielen Stunden vergeblicher Suche wurde die großangelegte Rettungsaktion mittlerweile wegen Dunkelheit unterbrochen. Nach Marineangaben von Donnerstag gibt es kaum noch eine Überlebenschance für die 18-Jährige.
Von der Offiziersanwärterin aus NRW fehlte am Donnerstagabend noch jede Spur. Die Suche des Großaufgebots an Rettungskräften sei gegen 20.30 Uhr aufgrund der Dunkelheit eingestellt worden und werde bei Tagesanbruch fortgesetzt, sagte ein Sprecher der Marine. Die Chance, die junge Frau dann noch lebend zu finden, sei allerdings "verschwindend gering". Das Wasser der Deutschen Bucht sei etwa 17 Grad kalt.
Mit Tagesanbruch hat die Deutsche Marine am Freitag die Suche wieder aufgenommen. Im Einsatz sind Marineflugzeuge vom Typ P-3C ORION, BRÉGUET ATLANTIC BR 1150, Dornier DO 228 LM sowie Hubschrauber vom Typ SEA LYNX MK 88A und SEA KING MK 41, auf See der Tender ELBE, ein Minensuchboot und zwei Schnellboote. Die DGzRS hat die Suche unterdessen eingestellt. Die Deutsche Marine wird die Suche bis zum Einbruch der Dunkelheit fortsetzen.
Die GORCH FOCK ist gestern Nacht um 21 Uhr im Marinestützpunkt Wilhelmshaven eingelaufen. Dort beginnen heute Untersuchungen dazu, was an Bord des Segelschulschiffes genau passiert ist. Ob und wann die GORCH FOCK ihre am 28. August begonnene Ausbildungsreise fortsetzen wird, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden.
"Unseren Erfahrungen zufolge kann man durchschnittlich fünf bis sieben Stunden bei diesen Temperaturen überleben", erklärt Andreas Lubkowitz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). An der Suchaktion beteiligten sich unter anderem Schiffe und Hubschrauber der Bundespolizei, der Marine, der Bundeswehr, der Polizei Niedersachsen sowie der DGzRS. Windstärke sieben und meterhohe Wellen erschwerten die Suche. Zum Zeitpunkt des Unfalls fuhr die "Gorch Fock" unter vollen Segeln rund 20 Kilometer nördlich von der Nordseeinsel Norderney.
"Beim Notfall 'Person über Bord' wird sofort die gesamte Besatzung geweckt", so Fregattenkapitän Achim Winkler, der bis 1995 als Ausbildungsleiter auf dem Schulschiff diente. "Parallel legt die stehende Segelwache sofort los, nimmt die Untersegel weg und dreht den Großmast um. Dann bleibt das Schiff stehen." Das Manöver braucht rund fünf Minuten, währenddessen werden fast eine Seemeile zurückgelegt. "Gleich zu Anfang wird eine Rettungsboje ins Wasser geworfen, die sich zu einer Vier-Mann-Insel auffaltet", sagt der Schulschiffexperte.
Ist das Schiff gestoppt, würden zwei Rettungsboote ausgestzt. "Man muss dann der Spur des Kielwassers folgen. Aber mitten in der Nacht ist die Suche natürlich schwierig", sagt der ehemalige Ausbildungsleiter. Die "Gorch Fock" habe keinen Suchscheinwerfer, auch die kleinen Rettungsboote nicht. Das aufwändige Rettungsmanöver werde aber regelmäßig geprobt.
Wie es zu dem Unfall auf der 148. Fahrt des Segelschulschiffs kommen konnte, ist noch unklar. Routinemäßig trage die Crew bei der Wache an Deck keine Schwimmweste, sagte der Sprecher. Genauere Angaben könnten aber erst nach den Ermittlungen und Zeugenbefragungen gemacht werden.
Im Laufe der Nacht sollte die "Gorch Fock" in Wilhelmshaven eintreffen. Dort werde die Besatzung psychologisch betreut, sagte der Marinesprecher. Die Ermittlungen zum Unfallhergang sollen am Freitagmorgen beginnen.
Bereits in der Vergangenheit hatte es auf der "Gorch Fock" Unfälle mit Todesopfern oder Verletzten gegeben. Erst vergangene Woche war ein junger Soldat in den Kieler Hafen gestürzt, als er im unteren Teil des Mastes ausrutschte. Der 18-Jährige wurde dabei leicht verletzt. 2002 starb ein 19-Jähriger nach einem Sturz aus dem Rigg. 1998 fiel ein 19-Jähriger aus dem Großmast aus zwölf Metern Höhe auf die Planken. Der Offiziersanwärter erlag wenig später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.
Der berühmte Dreimaster, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, sollte eigentlich am heutigen Freitagmorgen in den Hamburger Hafen einlaufen. Dieser Besuch sowie der für den 6. September in Flensburg geplante Marineball wurden wegen des Unfalls abgesagt.
Zum aktuellen Ausbildungsjahrgang gehören 222 Kadetten. Die jetzige Unglücksfahrt hatte erst vor wenigen Tagen begonnen. 107 auszubildende Soldaten - darunter 24 Frauen - waren dabei. Ob die Fahrt fortgesetzt wird, steht nach Angaben der Marine noch nicht fest.
Am 15. September ist der Leichnam der Offizieranwärterin 65 Seemeilen nordwestlich von Helgoland von einem Fischereiaufsichtsboot geborgen worden.
Eine im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel durchgeführte Obduktion hat mittlerweile zu folgendem vorläufigen Ergebnis geführt: Keine Anzeichen von Fremdeinwirkungen, Todesursache: Ertrinken.
Quelle: dpa, Welt online, PIZ Marine
14. August: Familie aus Rettungsinsel geborgen
Bremen (SP) Das DGzRS-Seenotrettungsboot JENS FÜERSCHIPP der Station Gelting (Ostsee) hat vor Pölshuk (Ausgang Flensburger Förde) in dänischem Gebiet eine etwa zehn Meter lange Segelyacht freigeschleppt. Der Segler war in steinigem Gebiet aufgelaufen und hatte sich Schäden an der Ruderanlage zugezogen.
Besondere Dramatik entstand nach Angaben der DGzRS dadurch, dass der Skipper seine seekranke Ehefrau sowie zwei vier- und sechsjährige Kinder in die Rettungsinsel gehen ließ. Diese war nicht am Schiff gesichert und trieb bei starkem Wind mit sechs Beaufort und hohem Seegang auf die viel befahrene Ostsee.
Die Rettungsinsel wurde wenige Minuten vor Eintreffen der JENS FÜERSCHIPP von einem Traditionssegler gefunden. Frau und Kinder wurden unverletzt an Bord genommen und in Flensburg an Land gebracht. Die Segelyacht wurde mit dem Skipper vom Seenotrettungsboot nach Gelting eingeschleppt.
28. Juli: Yacht sinkt nach Kollision mit Tonne
Bremen (SP) Vater, Mutter und zwei Kinder sind am Montag, 28.Juli 2008, gegen 11.30 Uhr im Fahrwasser vor Neuharlingersiel von der Besatzung des Seenotrettungsboots Neuharlingersiel der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) aus Seenot gerettet worden. Ihre acht Meter lange Segelyacht „Ewigkeit“ war nach Kollision mit einer Fahrwassertonne zwei Seemeilen vor dem Hafen leck geschlagen und gesunken. Über die Ursache gibt es zurzeit keine Erkenntnisse. Eine im Revier segelnde Yacht hatte spontan Hilfe angeboten und die beiden Kinder sicher übernommen. Beim Eintreffen der Seenotretter stand das Elternpaar schon bis zu den Knien im Wasser; beide konnten abgeborgen werden. Zusammen mit den Kindern – sie wurden von der Besatzung der zweiten Yacht übergeben - ging es dann zurück zur Station Neuharlingersiel.
Am späten Nachmittag bei Niedrigwasser (Ebbe) untersuchten die Seenotretter, ob die Yacht geborgen werden kann. Zur Unfallzeit herrschten leichte nördliche Winde mit Stärken um drei Beaufort.
Juli 2008: Torfrock rockt mit der Single
"Search and Rescue" für die Seenotretter
Bremen (SP) Unter dem Titel „Search and Rescue” veröffentlicht die norddeutsche Kultband Torfrock am 25. Juli 2008 eine neue Single. Das Besondere daran: Hierbei handelt es sich um einen Benefizsong! Alle Einnahmen aus dem Verkauf des brandneuen Tonträgers werden ohne Abzüge der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gespendet. Seit mehr als einem Jahr unterstützen die vier Musiker die Seenotretter regelmäßig mit Geld- und Sachzuwendungen, Promotionarbeit und Benefizauftritten. Seit der Veröffentlichung des Titels „Beinhart”, der 1991 bis auf Platz eins der Charts kletterte, ist dies die erste Single-Veröffentlichung von Torfrock.
Der Text von „Search and Rescue“ erzählt mit einem Augenzwinkern die Geschichte von Jan und Kurt, die in der Nordsee durch schweres Wetter und fehlerhafte Navigation in arge Bedrängnis geraten. In dieser ungemütlichen Situation helfen den beiden Windgesichtern die Rettungsmänner der DGzRS mit ihrem Seenotkreuzer. Getragen wird der Song von einem eingängigen Mid-Tempo-Gitarrenriff, das - so Torfrocker Raymond Voß - „den rollenden und stampfenden Bewegungen eines Seenotkreuzers mit voller Fahrt in schwerer See musikalisch nachempfunden ist“. Gemeinsam mit Sänger Klaus Büchner hat er in wochenlanger akribischer Detailarbeit an Text und Musik gefeilt. „,Search and Rescue' ist zweifelsohne die zeitaufwändigste Torfrock-Komposition in unserer mittlerweile 31-jährigen Band-Historie", so Voß.
Nach der Motivation für das Engagement von Torfrock für die DGzRS befragt, sagt Klaus Büchner spontan: „Wir kommen von der Waterkant und wir sind echte Fans der Seenotretter. Mehrfach waren wir bereits an Bord verschiedener Seenotkreuzer zu Besuch und konnten uns vor Ort ein eindrucksvolles Bild machen. Wir sind von der Arbeit der Besatzungen fasziniert und haben eine gewaltige Portion Respekt vor dem Mut, aber auch der Professionalität und der Coolness, mit der die Jungs auf den Seenotkreuzern ihren harten Job Tag für Tag machen. Das verdient die Unterstützung aller und wir von Torfrock wollen ein Zeichen setzen - ein lautes natürlich, wie man es von uns kennt!“
Die Torfrock-CD "Search and Rescue" gibt es selbstverständlich auch im Sailpress-Shop.
22. Juli 2008: Yacht vor Norderney gesunken - zwei Segler gerettet
Bremen (SP) Einen holländischen Segler und seine Begleiterin hat die Besatzung des Seenotkreuzers BERNHARD GRUBEN der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) am Dienstagvormittag, 22.07.2008, zwei Seemeilen vor der Insel Norderney im „Dovetief“ aus Seenot gerettet.
Sie wurden von dem Tochterboot JOHANN FIDI aus dem 17 Grad kalten Wasser mit deutlichen Unterkühlungserscheinungen aufgenommen und umgehend in das Inselkrankenhaus zur ärztlichen Beobachtung eingeliefert.
Die beiden Personen waren kurz zuvor von Norderney mit der sieben Meter langen Segelyacht „Sjaantje“ ausgelaufen zu einem Segeltörn in die Nordsee. Vor dem Inselabschnitt „Nordstrand“ gerieten sie aus bislang ungeklärter Ursache in Seenot. Die Yacht sank. Die Besatzung einer zweiten im Revier laufenden Segelyacht beobachtete die Havarie und alarmierte die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS, die umgehend den Seenotkreuzer BERNHARD GRUBEN auf den Weg zum Unfallort schickte. Zur Unfallzeit herrschten bei zwei Meter Seegang nordwestliche Winde um vier Beaufort (ca. 27 km/h Windgeschwindigkeit).
Schon am späten Montagnachmittag war Vormann Christian Brensing von der BERNHARD GRUBEN mit seiner Besatzung zur Rettung von vier Schwimmern ausgerückt, die am Ende des Badestrands in heftigen, bis zu zwei Meter hohen Brandungswellen in Seenot geraten waren. Sie konnten sich lediglich an einer Leine, die an einem Pfahl im Wasser befestigt war, festhalten. Das zum Einsatz kommende Tochterboot der Seenotretter setzte mehrfach durch, konnte aber wegen zu geringer Wassertiefe nicht an die Schwimmer heranmanövrieren. Kurzerhand sprang Christian Brensing im Überlebensanzug über Bord und schwamm auf die hilflosen Badegäste zu. Gemeinsam mit Helfern der Inselfeuerwehr und der DLRG gelang es, alle Personen in Sicherheit zu bringen.
Juli 2008: Durchbruch in der volldigitalen Herstellung von Seekarten
Hamburg (SP) Als weltweit einer der ersten hydrographischen Dienste ist es dem BSH gelungen, sowohl die gedruckte (Seekarte Nr. 2, Wesermündung) als auch die digitale Seekarte (ENC-Zelle Nr. DE421030) eines Seegebietes zeitgleich aus einer zentralen Datenbank heraus ohne analoge Zwischenschritte der Bearbeitung herzustellen. „Der durch diese Technik erreichte Zeit- und Qualitätsgewinn nautischer Veröffentlichungen hat Pilotcharakter für die Internationale Hydrographie“, sagte Dr. Mathias Jonas, Leiter des nautischen Informationsdienstes.
Das eingesetzte Verfahren mit dem Namen „Nautical Hydrographic Information System“ (NAUTHIS) basiert auf einer komplexen Softwareumgebung, die gemeinsam mit der kanadischen Firma CARIS entwickelt wurde. Kernstück des Großprojektes ist die hydrographische Datenbanksoftware „Hydrographic Production Database“ (HPD). Damit werden schrittweise alle Informationen, die das BSH von seinen Vermessungsschiffen und anderen Informationsquellen erhält, digital in der NAUTHIS-Datenbank gesammelt, verwaltet und zur Verwertung aufbereitet.
Für die Fachleute besonders bemerkenswert ist dabei, dass das Überdeckungsgebiet der jetzt veröffentlichten neuen Ausgaben der Seekarte Nr. 2 ein Teil des Wattenmeeres ist. Denn die kartographische Erfassung der dortigen komplexen natürlichen Verhältnisse gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Seekartographie überhaupt und liefert damit eine ideale Blaupause für die schrittweise Übertragung der entwickelten Verfahren auf die Produktion aller Seekarten der deutschen Territorialgewässer.
„Nachdem die Produktionssoftware und die neu entwickelten Arbeitsabläufe nun erstmals erfolgreich umgesetzt werden konnten, ist es unsere wichtigste Zukunftsaufgabe der kommenden Jahre, die Datenbankbestände weiter auszubauen", ergänzte Jonas. So sollen die Datenbankinhalte auch für die Produktion weiterer papiergebundener BSH-Publikationen wie Seehandbücher und die wöchentlichen „Nachrichten für Seefahrer“ genutzt werden.
Juli 2008: Zwei Rettungseinheiten der DGzRS stundenlang im Einsatz für schwer beschädigte Segelyacht vor geschlossenem Nothafen Darßer Ort
Bremen (SP) Erneut ist eine Segelyacht unmittelbar vor dem geschlossenen Schutzhafen Darßer Ort in schwere Seenot geraten. Bei Windstärken um sechs Beaufort und einem Seegang von ca. zwei Metern brach auf der Segelyacht „Mistral“ am 14.07.2008, eine Seemeile vor der Untiefentonne Darßer Ort der Mast. Teile des Riggs stürzten auf die zweiköpfige Besatzung. Wie durch ein Wunder blieben beide unverletzt.
Die Freiwilligen-Besatzung der Station Zingst der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) konnte im starken Seegang mit dem sieben Meter langem Seenotrettungsboot ZANDER nur mit großem persönlichen Risiko Hilfe leisten. Erst eineinhalb Stunden später traf der große Seenotkreuzer THEO FISCHER ein, der bis zur Schließung des Schutzhafens Darßer Ort dort seinen festen Liegeplatz gehabt hat.
Um 17.10 Uhr ging bei der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS der Notruf ein. Die Wachleiter alarmierten daraufhin die freiwilligen Seenotretter der Station Zingst, die über ein Seenotrettungsboot verfügen, das über den Strand zu Wasser gelassen werden kann. Gleichzeitig wurde der Seenotkreuzer THEO FISCHER alarmiert, der von seinem ursprünglichen Liegeplatz im Schutzhafen von Darßer Ort nur wenige Minuten zum Havaristen unterwegs gewesen wäre. Von seinem jetzigen Liegeplatz in Barhöft hat die THEO FISCHER eine Anreise von über eineinhalb Stunden in das besonders unfallträchtige Gebiet vor Darßer Ort.
25 Minuten nach der Alarmierung war das Seenotrettungsboot ZANDER mit drei Mann Besatzung vor Ort beim Havaristen. Das gebrochene Rigg mit der Besegelung hing größtenteils über Bord. Im starken Seegang war es deshalb nicht möglich, an der Segelyacht längsseits zu gehen. Die Besatzung des Havaristen stand unter Schock und konnte selbst nicht zu der Rettungsaktion beitragen.
Der Vormann manövrierte die ZANDER im schweren Seegang an den Bug der Segelyacht. Einem Besatzungsmitglied des Seenotrettungsbootes gelang es, auf den Havaristen überzusteigen, um das Rigg loszuschneiden und eine Schleppleine vom Seenotrettungsboot zu übernehmen.
Langsam bewegte sich dann der Schleppzug an der extrem ungeschützten Küste entlang, bis nach eineinhalb Stunden die THEO FISCHER eintraf und den Havaristen übernehmen konnte. Um 21.30 Uhr wurde endlich Barhöft erreicht. Vor dem Hafen musste das Tochterboot der THEO FISCHER zu Wasser gelassen werden, um den Havaristen an einen Liegeplatz zu bugsieren.
Der Seenotkreuzer THEO FISCHER liegt seit Monaten behelfsmäßig in dem weit binnen liegenden Hafen von Barhöft. Trotz der dortigen sehr guten Unterstützung von Hafenbetreiber und Gemeinde ist der Hafen für die THEO FISCHER nur sehr bedingt geeignet, da vor allem in den Sommermonaten zu wenig Platz zum Manövrieren ist. Die Bedingungen für das Einschleppen von Havaristen bei Schlechtwetter sind äußerst ungünstig. Das besonders schwierige Seegebiet vor Darßer Ort, an dem sich im Revier die meisten Unfälle ereignen, ist von Barhöft aus nur in eineinhalb bis zwei Stunden zu erreichen. Extremes Schlechtwetter würde die Anfahrt deutlich weiter verzögern.
Juni 2008: Ersatz für Nothafen Darßer Ort -
Neuer Hafen kommt nach Prerow
Schwerin (SP) Der Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort soll in Prerow westlich der Hohen Düne entstehen. „Ziel ist ein so genannter Buchtenhafen mit 250 Liegeplätzen für Sportboote, die örtlichen Berufsfischer und den Seenotrettungskreuzer“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel.
Juli 2008: Nach GPS-Ausfall orientierungslos
in der Nordsee und "Mayday" gefunkt
Bremen (SP) Eine Viertelstunde nach Mitternacht (10. Juli 2008) lief eine regelrechte Serie von Notrufen bei der Seenotleitung Bremen der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) auf, die vom Bootsführer einer Neun-Meter-Yacht ausgelöst wurden. Mit Frau und Kind an Bord wollte er nach Angaben der DGzRS von Helgoland nach Norderney segeln. Zehn Seemeilen vor der Insel steuerte er nach Ausfall der Navigationsanlage orientierungslos in der Nordsee. Der Seenotkreuzer BERNHARD GRUBEN sichtete die Yacht gegen 00.20Uhr und begleitete sie bei Sturm mit Stärken um 9 Beaufort, Gewitterböen und heftigen Regenschauern nach Norderney.
23. Juni: DGzRS rettet über 60 Menschen
Bremen (SP) Eine Vielzahl von Einsätzen, bei der mehr als 60 Personen gerettet werden konnten, absolvierten die Besatzungen der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote der DGzRS am Wochenende. Zahlreiche Wassersportler, aber auch Fahrzeuge der Berufsschifffahrt, gerieten in Nord- und Ostsee in Schwierigkeiten und riefen die Seenotretter zur Hilfe. So wurde am frühen Samstagmorgen die Besatzung des Seenotrettungsbootes NEUHARLINGERSIEL der DGzRS-Station im ostfriesischen Neuharlingersiel um 4.45 Uhr zur Segelyacht "Windsong" gerufen. Das Sportboot hatte Motor- sowie Segelschaden und trieb manövrierunfähig 1,5 Seemeilen (rund drei Kilometer) nordwestlich der Insel Spiekeroog. Vor Ort wurde die Yacht auf den Haken genommen und sicher in den Hafen von Spiekeroog geschleppt. Am Nachmittag desselben Tages absolvierte die NEUHARLINGERSIEL außerdem einen Krankentransport von der Insel Spiekeroog auf das Festland. Häufigste Ursachen für die Einsätze waren technische Probleme wie Ruder- und Maschinenausfälle sowie Navigationsprobleme. (Quelle: DGzRS)
Juni 2008: Alle Stehende-Mast-Routen in Holland
Amsterdam (SP) Im Rahmen der Aktion "Varen doe je samen!" (Partnerschaftliche Schifffahrt) von Rijkswaterstaat und Watersportverbond wurde nun die Online-Broschüre "Staande Mast Route 2008" veröffentlicht. Dort gibt es Karten, Brückenzeiten und alle Infos für Skipper, die mit stehendem Mast die Niederlande durchkreuzen wollen. Download.
Kroatien 2008: Vignettenpflicht für Beiboote, die nicht
nur für den Weg zur Küste eingesetzt werden
Berlin (SP) Die Wassersportsaison 2008 beginnt nach Angaben des ADAC für Beibootbesitzer mit neuen Vorschriften. Laut dem kroatischen Ministerium für Seewesen sind Beiboote, die z. B. für Ausflüge zum Baden in eine Bucht oder vom Ankerplatz zu anderen Zielen eingesetzt werden, vignettenpflichtig. Diese Vorschrift gilt für Beiboote über drei Meter m Länge und, unabhängig von der Länge, für Beiboote, die mit einem Motor von mehr als fünf kW ausgerüstet sind.
Vor der Anmeldung beim Hafenamt sollte deshalb klar sein, wie das Beiboot eingesetzt wird, um Ärger zu vermeiden. Außerdem ist zu beachten, dass für den Kauf der Vignette eine Registrierung für das Beiboot notwendig ist. Die Registrierung muss deshalb im Heimatland rechtzeitig beantragt werden (Internationaler Bootsschein vom ADAC).
Keine eigene Kennzeichnung und Vignette ist für ein „tender to….“ notwendig, wenn das Beiboot tatsächlich nur auf direkten Weg zwischen dem Mutterschiff und der Küste eingesetzt wird. Dieses Beiboot trägt das Kennzeichen des Mutterschiffs, unabhängig von der Größe und Motorstärke. (Quelle: ADAC)
Juni 2008: Yacht rammt Fahrwassertonne und sinkt - Segler gerettet
Bremen (SP) Ein 82-jähriger Segler aus Bremen-Lesum und seine Frau sind am Sonntagvormittag (08 Juni 2008) ca. 30 Kilometer vor Bremerhaven in der Nordsee von der Besatzung des Seenotkreuzers HANNES GLOGNER der DGzRS aus Seenot gerettet worden. Ihre 9,50 Meter lange, hölzerne Segelyacht "Kwartje" war nach Angaben der DGzRS gesunken, nachdem sie eine Fahrwassertonne gerammt hatte. Durch ein Leck im Rumpf kam es zu einem heftigen Wassereinbruch.
Der Segler wurde mit dem Tochterboot FLINTHÖRN von Bord seines sinkenden Schiffes aus dem 20 Grad kalten Wasser der Nordsee geborgen. Seine Frau war nach dem Unfall in die mitgeführte Rettungsinsel gestiegen und wurde von dort aus von den Seenotrettern übernommen. Der Seenotkreuzer HANNES GLOGNER befand sich auf einer Überführungsfahrt nach Borkum, als über den UKW-Seenotkanal 16 eine im Revier laufende Motoryacht um 09.00 Uhr den Notfall meldete. 10 Minuten später war er vor Ort. Von Bremerhaven aus lief ebenfalls der Seenotkreuzer HERMANN RUDOLF MEYER zum Unfallort im Fedderwarder Fahrwasser am südlichen Ende des Robbennordsteerts. Die beiden Geretteten wurden in stabilem Gesundheitszustand zunächst an Bord der HANNES GLOGNER versorgt und anschließend zur Rückreise nach Bremerhaven an den Seenotkreuzer HERMANN RUDOLF MEYER übergeben.
Juni 2008: Seago ruft Rettungswesten zurück
Sussex (SP) Seago Yachting Ltd ruft Rettungswesten wegen möglicher Produktionsfehler zurück. Betroffen sind Seago 150 and 175 Newton Lifejackets sowie Junior Lifejackets folgender Produktionzeiträume: IV/05, I/06, II/06, III/06, IV/06 und I/07. Ohne Gaspratrone sollen sie geschickt werden an: Seago Yachting Ltd, Mullany Business Park, Golden Cross, Hailsham, East Sussex, BN27 3RP. Von weiterer Benutzung wird dringend abgeraten. Infos unter www.seagoyachting.co.uk.
Mai 2008: Kohlendioxid-Patronen im Fluggepäck amtlich erlaubt
Berlin (SP) Dürfen aufblasbare Rettungswesten und Kohlendioxid-Patronen im Fluggepäck mitgenommen werden? Während die Airlines oft sehr rigide ablehnen, vertritt das Luftfahrtbundesamt (LBA) eine andere Auffassung: Die für die Sicherheit zuständige Bundesbehörde stellte klar: Die Mitnahme von „zwei kleinen Kohlendioxidzylindern“ im beziehungsweise als Passagiergepäck ist amtlicherseits erlaubt. Ralf-Thomas Rapp, Vorsitzender des Fachverband Seenot-Rettungsmittel (FSR) freut sich über diese deutliche Aussage: „Wer in fernen Revieren chartern aber dabei nicht auf seine bewährte Rettungsweste verzichten möchte, hat ein gutes Argument mehr für die Gespräche mit den Airlines.“
Jedoch hat die Sache einen Pferdefuß: Einfordern können die Wassersportler diese Erlaubnis nicht. Denn das LBA weist auch darauf hin, dass die Entscheidung letztendlich doch bei den Airlines liegt. Das LBA bezog sich dabei auf die internationalen Abkommen ICAO T.I Part 8 / Chapter 1.1.2 m) beziehungsweise IATA-DGR Tab. 2.3.A.
Ralf-Thomas Rapp: „Die verschiedenen Airlines haben da unterschiedliche Ansichten. Während einige die Problematik ähnlich gelassen betrachten wie das LBA, verhalten sich andere Gesellschaften Wassersportlern gegenüber nicht entgegenkommend. Da kann man den Fluggästen nur raten, das Geld für die Tickets bei der richtigen Gesellschaft auszugeben.“ Generell gelte der Tipp, schon im Vorfeld Kontakt zur Airline zu suchen und den Wunsch nach Mitnahme seiner persönlichen Schutzausrüstung zu äußern. Eine Klärung und schriftliche Erlaubnis des Sicherheitspersonals per Fax könne meistens Ärger kurz vor Abflug vermeiden.
„Auf jeden Fall kann sich das Airline-Personal bei der Begründung der Ablehnung nicht mit einer fehlenden amtlichen Erlaubnis herausreden. Denn diese Zustimmung des LBA ist eindeutig gegeben“, so der FSR-Vorsitzende.
In punkto Definition von „kleinen“ Kohlendioxidzylindern gab das LBA in Absprache mit der Bundesanstalt für Materialforschung die Empfehlung ab, dass Patronen mit einem Füllgewicht von bis zu 60 Gramm beziehungsweise 120 Milliliter Kohlendioxid akzeptabel sind.
Im FSR haben sich 16 führende deutsche Unternehmen - Hersteller und Importeure von Seenot-Rettungsmitteln - zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, die Sicherheit auf dem Wasser zu verbessern. Informationen rund um das Thema Seenot-Rettungsmittel und das Verhalten auf dem Wasser sind zu bekommen beim FSR, Gunther-Plüschow-Straße 8, 50829 Köln, Telefon: 0221/595710 sowie unter www.fsr.de.com
Juni 2008: Über Bord gestürzt und nach der Rettung gestorben
Neustadt (SP) In einer groß angelegten Suchaktion unter Koordination durch die SEENOTLEITUNG BREMEN ist es in der Neustädter Bucht (Schleswig Holstein / Ostsee) am Mittwoch (4. Juni 2008) den Seenotrettern der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) nach eigenen Angaben gelungen, einen 60-jährigen Segler zu bergen. Der Mann war von seinem Boot nach einem Wendemanöver in die 18 Grad kalte Ostsee gestürzt. Er verstarb kurz nach der Rettung.
Der Alarm lief gegen 12.30 Uhr bei der SEENOTLEITUNG BREMEN auf. Der Mitsegler des Vermissten war an die Seebrücke von Haffkrug gesegelt, hatte Passanten informiert und um Unterstützung gebeten. Zwei Seenotkreuzer, ein Seenotrettungsboot, ein Patrouillenboot der Wasserschutzpolizei, vier Schlauchboote der DLRG und zwei Hubschrauber von Marine und Rettungsleitstelle nahmen im Einsatzgebiet ca. fünf Seemeilen südöstlich Pelzerhaken umgehend die Suche auf. Um 13.45 Uhr sichtete die Besatzung des Seenotkreuzers BREMEN den Schiffbrüchigen, barg ihn mit dem Tochterboot und begann umgehend mit der Reanimierung im Bordhospital. Der Notarzt konnte beim Eintreffen in Neustadt nur noch den Tod des Mannes feststellen.
Mai 2008: Marine und DGzRS halfen herzkrankem Segler vor Bornholm
Bremen (SP) Der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen dänischer und deutscher Marine sowie der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) hat der 60-jährige Uwe B. aus Lübeck wahrscheinlich sein Leben zu verdanken.
Der Mann hatte sich am Dienstagmorgen (27.05.08) über Funk von seiner Segelyacht ca. 30 Seemeilen (ca. 55 Kilometer) nordöstlich Sassnitz vor Bornholm mit akuten Herzbeschwerden über Funk bei der Küsten-Seenotfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO in der SEENOTLEITUNG BREMEN gemeldet und dringend um Hilfe gebeten.
Die Erstversorgung auf See übernahmen Marinesoldaten und ein Marinearzt von der Fregatte „Brandenburg“ der Deutschen Marine. Sie stabilisierten den Zustand des 60-jährigen herzkranken Mannes und bereiteten ihn für den Lufttransport vor. Gegen Mittag wurde er in die Hanseklinik Stralsund eingeliefert, nachdem ihn ein Marine-Hubschrauber auf See von der Fregatte übernommen hatte. Seine Segelyacht wurde von Besatzungsmitgliedern des Seenotkreuzers WILHELM KAISEN in den Hafen von Sassnitz gebracht.





