Die aktuelle Position: Mann-über-Bord-Manöver
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Abbildung: Mann über Bord! -
Der Fall: Eine Person ist über Bord (Man over board = MOB, neu: person over bord, POB ) und trotz des
sofortigen Man-über-Bord-Manövers außer Sicht geraten.
Was tun?
* Jetzt bloß keine Panik aufkommen lassen: Das ist für den MOB/POB tödlich.
* Wie gut, dass wir eine ordentliche Einweisung zu diesem Thema gemacht und eine Seenotrolle haben: In der drinsteht, wer in einem solchen Fall SOFORT eine Position bestimmt und SOFORT einen Notruf (,,Mayday, Mayday, Mayday...'', neu nach SOLAS-Verordnung von 1999) absetzt.
* Wie gut, dass ein GMDSS-Funkgerät an Bord ist, mit dem selbst Kinder per SOS-Taste einen undesignated distress-call absetzen können und Profis einen näher bestimmten MOB/POB-Alarm auslösen können.
* wie gut, dass eine AIS-SART an Bord oder sogar in der Tasche des MOB/POB ist: Damit kann die Berufsschifffahrt im näheren Umkreis (etwa sechs Seemeilen) alarmiert werden. Die Position wird auf den AIS-Bildschirmen und/oder auf den Kartenplottern genau angezeigt.
* Wie gut, dass jeder weiß, wo die MOB-/POB-Taste beim GPS ist (wichtige Hinweise dazu weiter unten). Und wie man den Kurs zu dieser Position abliest.
* Wie gut, dass der Funker den Text nur vom bereits vorbereiteten Notblatt ablesen muss - lediglich ergänzt um die aktuelle Position.
Nicht ziellos herumfahren!
* Am Unfallort bleiben und irgendwie (Rettungskragen mit Treibanker, MOB-Boje mit Blitz, selbstaufblasende Rettungsboje) markieren. Eine Suchtaktik nach dem erfolglosen Mann-über-Bord-Manöver sollte der Skipper bereits in der Schublade haben und mit seinem CO und dem Navigator schon mal durchgesprochen haben. Es gibt mehrere Methoden. Man muß sich SOFORT für eine entscheiden.
Drei SAR-Suchschemata der Profis:
mit Grafik, Anleitung und Kurszettel für die Skippermappe
(auszugsweise entnommen und aufbereitet aus:
Handbuch für Suche und Rettung, BSH)
a) Sektorenweise Suche (Sector Search): wenn Suchgebiet eng begrenzt ist, z.B. bei Mann über Bord,
oder wenn das Ziel mal gesichtet, dann wieder aus den Augen verloren wird
b) Suche in größer werdenden Quadranten (Search in expanding squares), geeignet für einzeln operierende Schiffe und fürs erste Schiff am Unfallort
c) Suche auf parallelen Tracks (Parallel Track Search), für zwei oder mehr Schiffe
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